Fachkraft für Inklusion - Rollstuhlfahrer mit Laptop

Die Weiterbildung zur Fachkraft für Inklusion

Inklusion stellt Personen in ihrer Gleichheit und Verschiedenheit in den Mittelpunkt und hat die gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen am gesellschaftlichen Leben zum Ziel. Sie ist ein Menschenrecht und wurde in der UN-Behindertenrechtskonvention festgeschrieben.

Bei der Förderung und langfristigen Gewährleistung von Inklusion kommt vor allem Bildungsträgern und Unternehmen eine zentrale Bedeutung zu. Hier ist es die Aufgabe der Fachkraft für Inklusion Entwicklungsverzögerungen zu diagnostizieren, Menschen zu fördern sowie beratend tätig zu sein. Dies setzt auch die enge Zusammenarbeit mit Familienangehörigen sowie externen Fachleuten voraus.

Um Inklusion zu realisieren braucht es auch strukturelle Veränderungen in den Bildungseinrichtungen selbst. Die Weiterbildung vermittelt deshalb neben theoretischen und pädagogischen Grundlagen auch praktische Kenntnisse zur Entfaltung inklusiver Kulturen, der Etablierung inklusiver Leitlinien sowie der Entwicklung inklusiver Praxis.

An wen richtet sich die Weiterbildung?

Die Weiterbildung richtet sich an Interessierte mit Vorkenntnissen im Bereich Pädagogik und Sonderpädagogik. Hierzu zählen Lehrpersonen, pädagogische Fachkräfte sowie Integrations- und Schulhelferinnen, die das in der Weiterbildung erworbene Wissen in ihren Organisationen einsetzen möchten. Auch Personen, die eine selbstständige Tätigkeit anstreben, gehören zur Zielgruppe. Wichtig: Pädagogische Vorkenntnisse sind Voraussetzung. Die Weiterbildung ist als eine Zusatzqualifizierung zu verstehen.

Das sind die Inhalte der Weiterbildung

Die Qualifizierung umfasst ein sehr breites Spektrum an Themenfeldern. Neben theoretischen Grundlagen, die ein Verständnis für Inklusion als Leitbild einer Gesellschaft und sozialen Handelns schaffen, vertieft die Weiterbildung auch pädagogische und psychologische Kenntnisse, die es ermöglichen Störungsbilder zu erkennen und dem entgegenzuwirken. Darüber hinaus befasst sich die Weiterbildung auch mit der aktiven Gestaltung von inklusiven Leitlinien und Umsetzungsstrategien für Bildungseinrichtungen.

Grundsätzlich lässt sich ein deutliches Schema für die Weiterbildung erkennen:

  • Aktuelle Rahmenbedingungen und rechtliche Grundlagen
  • Grundlegende theoretische Kenntnisse der Integrations- und Inklusionspädagogik: Hier werden Begriffe definiert sowie Überblicke über aktuelle Entwicklungen in der Forschung und Praxis gegeben.
  • Grundlagen zu zentralen Beeinträchtigungen und Störungsbildern: Vermittlung von Kenntnissen zu Entwicklungsprozessen sowie möglichen Erkrankungen und Störungen.
  • Beobachtung und Beobachtungsverfahren, Diagnostik, Förderplanung: Mit Bezug zur Praxis werden verschiedene Verfahren und Methoden beleuchtet und analysiert.
  • Kooperationen mit weiteren Akteuren, z. B. Angehörige, Vertreter aus der Medizin, Therapie oder von staatlicher Seite: Hierzu zählen unter anderem Kenntnisse in Gesprächsführung.
  • Umsetzungsstrategien: Die Vermittlung theoretischer und praktischer Kenntnisse für den strukturellen Wandel einer Bildungseinrichtung, hin zu einer inklusiven Einrichtung.

Das sind die Einsatzgebiete

Nach erfolgreichem Abschluss sind Studierende in der Lage, integrative Prozesse in Bildungseinrichtungen aktiv zu gestalten. Je nachdem wie groß die Bildungseinrichtung ist, können auch die Aufgaben variieren. Sie können direkt mit Kindern, Jugendlichen oder Erwachsenen arbeiten, Entwicklungsprobleme diagnostizieren, dokumentieren, Personen fördern und beratend tätig sein. Darüber hinaus können sie auch Institutionen beraten, inklusive Leitlinien entwickeln, die Einrichtung im Wandel begleiten und aktiv an der Umsetzung mitarbeiten.

Welche Voraussetzungen muss ich erfüllen?

Für die Arbeit als Fachkraft für Inklusion in einer staatlich anerkannten Bildungseinrichtung, wie z. B. Kita oder Schule benötigen Interessierte einen Mittleren Schulabschluss (MSA) sowie eine abgeschlossene Erzieherausbildung bzw. Lehrerausbildung. In der Regel werden auch Bewerber zur Weiterbildung zugelassen, die sich noch in der Ausbildung zum Erzieher/zur Erzieherin oder zum Lehrer/zur Lehrerin befinden.

Auch ausgebildete und zertifizierte Tagesmütter/Tagesväter sowie Kinderpfleger/in können die Weiterbildung absolvieren. Für eine anschließende selbständige Tätigkeit ist eine Vorqualifikation nicht erforderlich.

In der Regel empfehlen Veranstalter eine mindestens einjährige Berufserfahrung.

Der Ablauf der Weiterbildung im Fernstudium

Der durchschnittliche wöchentliche Zeitumfang beträgt ca. 10-12 Stunden. In der Regel sieht die Weiterbildung eine Dauer von 9 bis 12 Monaten vor. Entsprechend der eigenen Situation und Motivation kann diese jedoch auch verkürzt oder kostenlos verlängert werden.

Die Weiterbildung kann jederzeit individuell begonnen werden und findet in der Regel im Fernstudium statt. Dies geschieht in einer Kombination aus virtuellem Lernen sowie einzelnen Präsenzphasen. Normalerweise erhalten Studierende die schriftlichen Studienunterlagen per Post nach Hause oder sie stehen ihnen online als Download zur Verfügung. Durch regelmäßige Klausuren und Aufgaben, die zu bestimmten Terminen eingesandt werden müssen, wird der Lernerfolg anschließend überprüft.

Für Fragen und Hilfestellungen gibt es meist eine online-Plattform (Campus). Darüber hinaus unterstützen Tutoren die Studierenden während der Studienzeit. Sie sind in der Regel über Mail erreichbar oder bieten feste virtuelle Sprechstunden an.

Die Präsenzphasen bieten Studierenden die Möglichkeit, sich zu einzelnen Themen vertieft auszutauschen und Fragen zu stellen. Berufstätige können für diese Termine Bildungsurlaub wahrnehmen. Dieser ist gesetzlich festgeschrieben und ermöglicht es Arbeitnehmern, fünf bezahlte Arbeitstage innerhalb eines Jahres für die eigene Weiterbildung zu nutzen.

Welche Fördermöglichkeiten gibt es?

An den renommierten deutschen Fernlehrinstituten ist die Weiterbildung in der Regel nach der Akkreditierungs- und Zulassungsförderung (AZAV) zertifiziert. Diese Zertifizierung ermöglicht Studierenden eine vollständige Förderung der Kosten durch einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit. Weitere Informationen hierzu erteilen die Fernlehrinstitute.

Für Interessierte, die bereits in einer Bildungseinrichtung berufstätig sind, lohnt es sich den Arbeitgeber über die eigenen Absichten zu informieren. Da es sich um eine berufsspezifische Zusatzqualifizierung handelt und diese mitunter im Interesse des Arbeitgebers ist, kann über eine Kostenbeteiligung verhandelt werden.

Weitere Informationen zur Weiterbildung

Haben Sie Interesse an diesem verantwortungsvollen Berufsfeld, möchten Menschen fördern und darüber hinaus inklusive Bildungsprozesse aktiv mitgestalten? Hier können Sie kostenlos Informationsmaterial zur Weiterbildung an renommierten Fernlehrinstituten anfordern.

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Fachkraft für Inklusion
Dauer 18 Monate
9 Monate
8 Seminartage
2 Seminartage
Lernaufwand - 10-12 Std in der Woche
10-12 Std. die Woche
Kosten 1404€
Kosten 765€
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